Stressmanagement für HSP

von | Apr 16, 2020

Für hochsensible/hochsensitive Personen bedeutet Reizüberflutung, dass sie permanentem Stress ausgesetzt sind. Eine Folge davon kann eine Nebennieren-erschöpfung sein, wenn wir nicht genügend auf den Ausgleich und die Entspannung achten. Die Nebennieren produzieren dann nicht mehr genügend Cortisol. Dies kann zu chronischer Müdigkeit und sogar Burnout führen, ebenso zu Allergien, Immun-schwäche, Entzündungen etc.

Ein effizientes Stressmanagement ist für HSP unerlässlich.

Gutes Stressmanagement beginnt bereits damit, sich vor Reizüberflutung bestmöglich zu schützen, indem man bewusst versucht, dieser vorzubeugen oder sie zu vermeiden. Es ist sinnvoll, den Tagesablauf zu planen, sich nicht zu viele Termine zu setzen, bewusst Pausen einzuplanen, auch dann, wenn man diese vermeintlich noch gar nicht nötig hat. Wichtig ist es Nein zu sagen und delegieren zu lernen, sich nicht mehr aufzubürden, als man zeitlich und emotional bewältigen kann.

Um glücklich, zufrieden, lebensbejahend, kreativ und schöpferisch zu sein, benötigen alle Menschen einen gewissen Freiraum. Bei zu viel Einengung durch Leistungs- und Zeitdruck leiden nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern auch Freude und Motivation. Unter schlechten Rahmenbedingungen und Einschränkung ihrer persönlichen Gestaltungsmöglichkeiten reagieren HSP noch empfindlicher als Nicht-HSP. Sie brauchen ausreichend Freiraum, um in Eigenverantwortung und Selbst-bestimmung gemäß ihren Bedürfnissen ihre Aufgaben ausführen zu können, in ihrem eigenen Rhythmus und mit den für sie nötigen Erholungszeiten.

Freiraum ist aber nicht nur etwas, das andere einem ermöglichen. Man muss ihn sich auch selbst schaffen.

Digitale Medien sollten gezielt und bewusst eingesetzt werden. Niemand muss sich Bildern von brutalen, grausamen, aufwühlenden Ereignissen unbedingt aussetzen. Es genügt, informiert zu sein ohne sich alle ungesunden Details einzuverleiben. Oft ist es auch gut, Menschenmassen zu meiden, wenn man sich darin unwohl fühlt und bewusst Begegnungen mit Freunden, Verwandten, Bekannten herbeizuführen, die einem guttun. HSP sollten selbst entscheiden, welche Menschen und Situationen ihnen angenehm sind und welche sie eher meiden, um bestmöglich mit den eigenen Ressourcen umzugehen.

Der Mensch ist ein Beziehungswesen. Für alle Menschen sind zwischenmenschliche Beziehungen und die Befriedigung der sozialen Bedürfnisse wie Zugehörigkeit, Geborgenheit, Zuwendung, Anerkennung etc. lebensnotwendig. Soziale Kontakte sind wichtig und nährend. Viele HSP empfinden ein Zuviel an Nähe als belastend und neigen dazu, sich zurückzuziehen oder Beziehungen erst gar nicht einzugehen. Aber selbst die größte Empfindlichkeit sollte nicht dazu führen, sich allzu sehr von anderen Menschen abzukapseln. Gleichzeitig ist es wichtig, sich auch innerhalb des Familienlebens Auszeiten zu gönnen, in denen man sich zurückziehen kann. Es ist unerlässlich, sich regelmäßig Zeit für sich selbst zu nehmen, um sich regenerieren zu können und die Batterien wieder aufzuladen.

Neben der Familie und dem Partner sind Freundschaften und positive Beziehungen, die auf Vertrauen und Zuneigung beruhen und emotionale Sicherheit geben, sehr wichtig.

Gute Freunde zeigen Verständnis und sprechen Mut zu, um Schwierigkeiten zu meistern. Man sollte daher diese Freundschaften pflegen. Auch Einladungen und gesellschaftliche Anlässe sollte man wahrnehmen, dabei aber sorgfältig auswählen und nur so lange daran teilnehmen, solange man sich wohlfühlt.

HSP haben ein großes Bedürfnis danach, sich zurückzuziehen und allein zu sein. Dieses Alleinsein ist erforderlich für die Regeneration, die Reizverarbeitung und das Integrieren von Eindrücken. Alle Menschen brauchen solche Auszeiten, HSP aber ganz besonders.

Wichtig ist es auch auf seine eigenen Bedürfnisse zu achten und sie zu befriedigen, um ausgeglichen und zufrieden leben zu können. HSP sollten sich bewusst gönnen, was für ihr körperliches, geistiges und seelisches Wohlbefinden förderlich ist. Hier gibt es unendlich viele Möglichkeiten von Autogenem Training bis Meditation, Bewegung, Yoga, Musik, Kochen, Schreiben, Alleinsein, Tiere, Naturerlebnisse etc. Es gilt herauszufinden, was einem ganz persönlich gefällt, guttut, was einen nährt und glücklich macht.

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Blog-Autorin Ilia Ambros

Als Expertin für Hochsensibilität unterstütze ich Menschen auf dem Weg zu einem leichteren Leben mit ihrer Begabung.

 

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